Evangelisches Schuldekanat Adelsheim - Boxberg und Mosbach
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Rundbrief zum Schuljahr 2019/20

„Du sollst das Recht nicht beugen und sollst auch die Person nicht ansehen und keine Geschenke nehmen…“

5. Mose 16,19

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Losung zum Tag des Unterrichtsbeginns 2019 aus dem 5. Buch Mose verweist mich auf eine Aussage des ehemaligen Verfassungsrichters Ernst-Wolfgang Böckenförde in seinem Buch „Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation“:

 

Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann…“

 

Diese Aussage verstehe ich so: Recht und Gerechtigkeit müssen inhaltlich in einer säkularen Gesellschaft immer wieder von innen her bestimmt und gefüllt werden.

Die ethische Frage nach dem „Was ist gut und was ist böse und was meint gerecht?“ wird also auch im Unterricht immer wieder neu gestellt.

Hier haben wir im Religionsunterricht einen zentralen Ort im Gefüge der Fächer darüber nachzudenken. Die Rechtstradition unseres Staates steht aus meiner Perspektive ganz eng in Verbindung mit der jüdisch-christlichen Tradition. Soziales, politisches und kulturelles Leben lässt sich ohne Kenntnis der religiösen Wurzeln – die Losung zum 11.09.2019 ist so ein Beispiel - nicht angemessen verstehen und einordnen.

Mehr noch: ich denke, dass ethische Grundentscheidungen mehr sind als rationale Diskurse, sondern ganz eng an der inneren Bindung und Orientierung eines Menschen hängen.

 

In einer Plakataktion in der Sommerzeit war auf vielen Großplakaten des christlichen Plakatdienstes ein Wort aus Am. 4,12 zu lesen: „Bereite Dich darauf vor, Deinem Gott zu begegnen…“ Ein Wort, das mir nicht aus dem Kopf gehen will.

Hier wird auch die Frage nach „Gut und Böse; nach Gerecht und Ungerecht“ existentiell und mehr als ein netter ethischer Diskurs:

Dann heißt es für mich: Martin Schwarz, was würde der lebendige Gott zu Deinem Tun und Lassen sagen?

Deshalb denke ich, müssen wir als Religionslehrerinnen immer wieder nach bestem Wissen und Gewissen Zeugnis geben vom Geheimnis des lebendigen Gottes, das in keiner Kompetenz beschrieben werden kann.

Damit der lebendige Gott selbst immer wieder neu in die Herzen schreibt, was Gut und Böse ausmacht und ist.

Ein gesegnetes und behütetes Schuljahr 2019/20 wünsche ich Ihnen!

Vielen Dank für Ihren Dienst!

 

Mit herzlichen Grüßen

Martin Schwarz